Die Ausstellung Mapping the Air mit Werken von Elisabetta Di Maggio und kuratiert von Chiara Bertola eröffnet in der ifa-Galerie Berlin am 9. Februar 2023.

Das Konzept für dieses Projekt kreist um ein für Elisabetta Di Maggio zentrales Thema: Die für die Übermittlung von Information notwendigen Kommunikationsnetze. Di Maggios Werke legen die Verbindungen frei zwischen den Strängen, Kreisläufen, Rastern, Strukturen und Netzwerken, die zwar unterschiedlichen Welten angehören, aber alle zusammen Bestandteile der Existenz sind, in der wir unsere Zeit und unseren Alltag verbingen.

Wenn wir von Kreisläufen oder Netzwerken sprechen, denken wir vielleicht an die komplexe Linienstruktur eines Blatts, an die auf der menschlichen Haut sich abzeichnende Netzstruktur, an das Liniennetz der Untergrundbahn oder auch an den überaus komplizierten Umriss einer Nervenzelle: von der Nähe betrachtet weisen diese anscheinend weit voneinander entfernt liegenden Elemente zahlreiche Parallelen auf. Die Linien, die die Formen der Synapsen unseres Gehirns abbilden, erinnern beispielsweise an die Wurzeln und das Geäst von Bäumen, an die präzisen und detaillierten Darstellungen in einem alten Traktat über Botanik. Die zarten Fäden der pflanzlichen Welt und die Kreisläufe des menschlichen Körpers evozieren Beziehungen und erinnern an die Komplexität menschlicher Kommunikationsnetze.

Die wahre Wirklichkeit basiert auf in die Luft gezeichneten Landkarten. Sie nimmt sich tatsächlich wie eine “Kartierung der Luft” aus, so wenig sichtbar sind die Verbindungen und Kreisläufe, in denen sich das Leben auf der Erde entwickelt. Das bedeutet, dass all das, was das Leben fördert und die natürlichen sowie die menschlichen Aktivitäten leitet, geregelt ist innerhalb von Bahnen und Netzwerken, die man weder sehen noch wahrnehmen kann. Diese erweisen sich aber letztlich als grundlegende Strukturen, welche die Energien und die Lebewesen miteinander verbinden und tragen.

Elisabetta Di Maggios Projekt Mapping the Air ist eine metaphorische Reflexion über unsere Existenz als Teil eines Ganzen, als Fragment der natürlichen Welt, die sich in der mikro- und makroskopischen Dimension als unendlich wandelbar erweist und sich ständig erneuert dank der außerordentlichen Produktivität ihrer Gesetze.