Geleitet von LiLi 丽丽 Nacht

Im Rahmen der Ausstellung Was bedeutet es für einen Ort, geliebt zu werden? versteht dieser Workshop Zugehörigkeit nicht als festen Zustand, sondern als etwas Bewegliches und fortwährend Neuzuverhandelndes – geprägt von Familiengeschichten und den emotionalen Wegen und Landschaften, die wir täglich durchschreiten.

Gemeinsam erforschen wir unsere Beziehungen zu Zuhause und Erinnerung durch eine verkörperte Praxis aus Beobachtung, Austausch und kreativem Ausdruck. Die Arbeiten der Ausstellung dienen dabei als Ausgangspunkt: Wir beginnen mit einer geführten Meditation und einem gemeinsamen Rundgang durch die Galerie, bevor wir uns Schreib- und Zeichenübungen zuwenden. Im Anschluss gestalten die Teilnehmer:innen visuelle Muster, Texturen und Objekte, die mit persönlichen Erinnerungen an Zuhause und Heimat verbunden sind. Nach einer gemeinsamen Reflexion fließen diese individuellen Fragmente in kollektive Collagen ein. So erkunden wir, wie sich persönliche Geografien begegnen, überlagern und verändern, wenn sie in Dialog miteinander treten.

In Anlehnung an den Fokus der Ausstellung auf Migrant:innen der zweiten und dritten Generation, die sich zwischen unterschiedlichen Welten bewegen, stellt auch dieser Workshop zentrale Fragen: Wie entsteht Zuhause aus Fragmenten? Was geschieht, wenn individuelle Erinnerungen aufeinandertreffen? Und schließlich: Was bedeutet es für einen Ort, geliebt zu werden?

Es sind keine künstlerischen Vorkenntnisse erforderlich – nur Neugier auf die Orte, die wir in uns tragen.

Bitte mitbringen: Zeitschriften, Zeitungen, Fotos und Materialien zum Collagieren (*Materialien werden auch zur Verfügung gestellt)

Dauer: 3 Stunden
Sprache: Englisch/Deutsch
Teilnehmer:innen: Erwachsene, alle Hintergründe willkommen

Bio:

LiLi 丽丽 Nacht ist eine chinesisch-amerikanische Künstlerin, Professorin und Kuratorin. Ihre Praxis ist tief in Ritual, Meditation, daoistischer und buddhistischer Praxis und in der Tradition der 山水-Tuschemalerei (shanshui, „Berg und Wasser“) verwurzelt. Nacht schafft fließende Kompositionen, die den Betrachter in den inneren Raum der Reflexion und der Kontemplation einladen. Ihr künstlerisches Anliegen ist es individuelle und kollektive Spannungen zwischen gewählter und vererbter Identität zu erkunden, historische Narrative neu zu denken und kollektives Umdenken anzuregen, um Menschen zu verbinden.

© Victoria Tomaschko