Die Ausstellung Rauschen: Echos einer Institution untersucht die Arbeit des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR (ZfK) und beleuchtet seine komplexe Rolle im Spannungsfeld von staatlicher Kulturpolitik und internationalem Kulturaustausch. Im Auftrag des Ministeriums für Kultur organisierte das ZfK von seiner Gründung 1973 bis zu seiner Auflösung 1990 Ausstellungen im In- und Ausland und wurde zu einem zentralen Akteur der Kunst- und Kulturvermittlung in der DDR. Mit seiner Schließung zum 31.12.1990 ging der grafische Bestand des ZfKs von rund 10.000 Werken an das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen über. 

Das “Rauschen” steht in der Ausstellung für die leisen Nebengeräusche, die hinter den offiziellen Erzählungen einer Institution hörbar werden. Für den Medientheoretiker Friedrich Kittler bezeichnet es jenen Moment, in dem ein Medium selbst sichtbar wird – nicht mehr nur als transparenter Träger von Botschaften, sondern als Struktur. Die unterschiedlichen Stimmen der Archivmaterialen, Zeitzeug:innen und künstlerischen Positionen verdichten sich zu einem vielschichtigen Bild, das die Arbeit des ZfKs widerspiegelt. So rekonstruiert die Ausstellung in einer chronologischen Dramaturgie Ausschnitte eines bis bislang wenig erforschten Kapitels internationaler Kunstgeschichte. 

Neben den Werken aus den Sammlungsbeständen des ZfKs und des ifas eröffnen zeitgenössische künstlerische Positionen neue Zugänge zur Geschichte des ZfKs. Nadja Abt und Katharina Marszewski widmen sich Robert Rauschenbergs ROCI-Ausstellung und verbinden historische Dokumente mit einer eigenen künstlerischen Perspektive. In ihrer Neuproduktion Vagant Orient untersucht Anna Bromley die Verflechtungen von Kultur- und Handelsbeziehungen zwischen der DDR und arabischen Staaten. Während Suse Weber den Blick auf das Werk Werner Schinkos und dessen weit verbreitete Illustrationen für Schul- und Kinderbücher der DDR richtet, beschäftigt sich David Polzin in seinen Plakaten mit gesellschaftlichen Möglichkeitsräumen nach 1990. 

Mit Werken von Nadja Abt, Gerhard Altenbourg, Alfred Beier-Red, Henryk Berg, Anna Bromley, Hermann Glöckner, Gotthard Graubner, HAP Grieshaber, Heidrun Hegewald, Irmgard Horlbeck-Kappler, Katharina Mercedes Marszewski, Karl Erich Müller, Uwe Pfeifer, Sigmar Polke, David Polzin, Nuria Quevedo, Robert Rauschenberg, Hans Theo Richter, Werner Schinko, Emil Stumpp, Günther Uecker, Suse Weber, Karla Woisnitza 

Kuratiert von Susanne Weiß in Zusammenarbeit mit Nadja Abt, Swantje Greve, und Petronela Soltesz; Szenografie: Eran Schaerf in Zusammenarbeit mit Flo Gaertner.

Die Ausstellung in der ifa-Galerie Berlin bildet den Auftakt der ifa-Ausstellungsreihe Publik Machen – Zu Arbeit und Wirken des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR in Berlin. Das Projekt findet in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung statt und wird vom Hauptstadtkulturfonds gefördert. In Zusammenarbeit mit dem  Schloss Biesdorf, KVOST – Kunstverein Ost, der Prater Galerie und der Galerie im Turm sowie dem Kunsthaus Dresden.

Eröffnung: Donnerstag, 25. Juni 2026, 19 Uhr
Ausstellung: 26. Juni – 27. September 2026

Weitere Informationen zu Publik Machen unter agora.ifa.de

Das ifa erforscht seit 2023 in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung die Geschichte und die Arbeit des ZfK. Auf Einladung der künstlerischen Leitung Susanne Weiß entstand Anfang 2024 eine Arbeitsgruppe mit den Künstler:innen Anna Bromley, David Polzin und Suse Weber, den Kurator:innen Thibaut de Ruyter und Sandra Teitge sowie der Filmemacherin Sylvie Kürsten, die den Bestand und die Geschichte des ZfK zu untersuchen begannen. Die laufenden Recherchen im Bundesarchiv und in der Akademie der Künste, die Gespräche mit Zeitzeug:innen sowie die daraus entstehenden künstlerischen Forschungsprojekte bilden die Grundlage der Ausstellungsreihe Publik Machen.